Pola Sperber, ohne Titel (Filz), 2011

Pola Sperber, ohne Titel (Filz), 2011

Regionale 15

Seven Rooms
30. November 2014 bis 4. Januar 2015

Kuratiert von: Kiki Seiler-Michalitsi

Der Titel der Ausstellung lehnt sich an die Ausstellung „14 Rooms" an, die dieses Jahr im Rahmen der Art Basel als Gastprojekt stattfand. Ähnlich wie im Basler Projekt handelt es hier um unterschiedlich bespielte Räume, die Ausstellungsort und Präsentation des jeweiligen Kunstwerks im jeweiligen Ausstellungsort thematisieren. Nicht künstlerische Bekanntheit, sondern die Dringlichkeit des einzelnen Werkes, seine Einfügung ins Gesamtbild und die durch dieses provozierte Herausforderung des Gesamtbildes sollten hier angesprochen werden. Annäherungen an Architektur, Zeichnung, Malerei, Bildkonstruktionen, skulpturale und installative Gestaltungen prägen dabei die Ausstellung.

Künstlerinnen und Künstler:
Marco Breu, Johanna Broziat, Peter Brunner-Brugg, Tobias Eder, Pawel Ferus, Eva Gadient, Klara Grancicova, Gert Handschin, Maukje Knappstein, Vincent Kriste, Max Leiss, Benjamin Oeztat, Daniela Prochaska, Uta Pütz, Pola Sperber, Jürg Stäuble, Jens Stickel, Raphael Stucky, Verena Thürkauf, Mathis Vass, Aline Zeltner, Claire Zumstein

Duane Linklater, You did not choose tears, you chose feathers, 2014

Duane Linklater, You did not choose tears, you chose feathers, 2014

Narrativ / Performativ

4. Oktober bis 9. November 2014
Yang Fudong (CN), Seb Koberstädt (D), Dominique Koch (CH), Karin Lehmann (CH), Duane Linklater (CA)

Kuratiert von: Kiki Seiler-Michalitsi

Die Gruppenausstellung führt Künstlerpositionen zusammen, die Aspekte des Narrativ-Performativen in aktueller Künstlerpraxis aufzeigen. Dabei wird Performance nicht wie im ursprünglichen Sinne als einmalige Aktion vor anwesendem Publikum, sondern als ein nicht abgeschlossener Prozess verstanden, der vor der Entstehung des Kunstwerks beginnt, zu dessen integralem Bestandteil, zum Werkstatus mutiert und dessen Spuren bzw. prozessuale Beziehungen im Kunstwerk erfahrbar werden. 

Das performative Potential der Arbeiten, welches oft aus einer narrativen Logik hervorgeht, manifestiert sich ausserdem in der Transformation der Materialien und der Formstrukturen. Künstlermythologien, Recherchen und experimentelle Praxis führen zu neuen narrativen Strukturen, zu neuen Anordnungen, Interaktionen und Bedeutungen bzw. zu Abbildern performativer Situationen.

Karin Lehmann, Sediment Sampling, 2014

Karin Lehmann, Sediment Sampling, 2014

on site off space

Ein Ausstellungsprojekt mit Studierenden der HGK/FHNW
30. August bis 14. September 2014

 Mit Daniela Brugger, Vera Bruggmann Marc Hörler, Lena Kiss, Hanes Sturzenegger / Manuel Schneider, Yanik Soland, Tanja Weidmann, Claire Zumstein, Satellit: Jérémie Sarbach.
Ein Projekt in Kooperation mit dem Institut Kunst der HGK / FHNW von Nicolas Kerksieck und Philipp Gasser, Dozenten Institut Kunst.

 Die ursprüngliche Frage der Ausstellung „on site off space“ war, ob die Veröffentlichung des Werksprozesses, der künstlerischen Urschöpfung erkenntnisreich sein kann, ohne zwingend zu einem vermeintlich „fertigen“ Resultat kommen zu müssen. Was erzählen Werkspuren und Werkzeuge über den Künstler und seine Methodik? Darf in die Dunkelkammer der Kunstgenese geschaut werden oder sollte die Rezeptur verborgen bleiben? Ab wann ist ein Werk beendet, sei es auch ephemer und/oder situativer Natur? Und was, wenn das Finale in der Ausstellungssituation nicht zwangsläufig erkennbar wird? Oder ergibt die Spurensicherung eine mögliche Konklusion für den Betrachtenden? Studierende und Absolventen des Institut Kunst der Hochschule für Gestaltung und Kunst HGK FHNW in Basel werden den Kunst Raum Riehen für 3 Wochen als Produktionsort nutzen, werden on site arbeiten, sich jedoch nicht von einer Vernissage zur Vollendung der Werke bedrängen lassen, sondern die Ausstellungszeit als Arbeitszeit begreifen. Sie werden den Kunst Raum als Verortung potentieller Werk- und Arbeitsoptionen benutzen und somit den Rezipienten und seinen Drang nach Verständnis im Vollendeten hinterfragen. Als zweite Plattform, neben dem physischen Ausstellungsort wird es einen ständig aktualisierten Blog geben, der eine allgegenwärtige und nicht sichtbare Zuschauerschaft an der Alchemie der Kunstentstehung teilhaben lässt. Durch dieses Ausstellen der künstlerischen Praxis wird das noch immer zäh haftende Bild des Künstlers als Genie kritisch hinterfragt. Die Abgrenzung zum Workshop ergibt sich durch die dezidierte Hinwendung zum Werk(prozess) und Ort und nicht durch eine thematische Vermittlung. Die Wahl, Künstler in Ausbildung, in jenem offenen und diskursiven Zeitfenster ihrer Karriere dafür zu gewinnen ist nicht Mittel zum Zweck, sondern immanent konzeptuelle Anlage der Ausstellung.

 

Blog zur Ausstellung: onsiteoffspaceriehen.blogspot.ch

Kurt Wyss : Anita Neugebauer und photo art basel, ART Basel, 1979

Kurt Wyss : Anita Neugebauer und photo art basel, ART Basel, 1979

Analog / Dialog. Die Sammlung photo art basel von Anita Neugebauer

24. Mai bis 6. Juli 2014

Kuratiert von: Alex Silber

Die Sammlung von Anita Neugebauer auszustellen, heisst Meisterwerke der klassischen Fotokunst des 20. Jahrhunderts präsentieren. Mit ihrer Galerie „photo art basel“ (1976-2004) gehörte Anita Neugebauer-Langer in den 1970er-Jahren zur Generation der Avantgardisten, die sich für das Ausstellen und Sammeln von Fotokunst eingesetzt haben. Fotografien waren damals im Bilderkanon der Gegenwart zumeist noch nicht als autonome Kunstwerke anerkannt, wurden selten gezeigt und in den Museen kaum gesammelt. Internationales wie lokales Fotoschaffen fand Eingang im Galerieprogramm der 1916 in Berlin geborenen und dort ausgebildeten Fotografin, die im Dezember 2012 in Basel gestorben ist.

Zusammen mit ihrer Mutter emigrierte sie 1938 nach Buenos Aires, wo es ihr gelang Aufträge zu Mode- und Innenarchitekturfotografien zu bekommen und auszuführen. 1942 kam es hier zur Begegnung mit der Fotografin und Soziologin Gisèle Freund, die auch als Exilantin in Argentinien Aufnahme gefunden hatte. Es war ein Zusammentreffen, aus dem sich eine lebenslange Freundschaft entwickelt hat. 1947 kehrte Anita Neugebauer mit ihrem Mann, dem Arzt und passionierten Musiker Josef Neugebauer nach Europa zurück und wurde in Basel ansässig. Unter das Fotografieren zog sie einen Schlussstrich. Ihren gesamten Bestand an Fotoplatten hatte sie bereits in Buenos Aires zurückgelassen. Sie widmete sich fortan dem Familienleben. Die Fotografie aber hatte sie noch nicht losgelassen: Sie eröffnete 1976 mit der Galerie photo art basel an der St. Alban-Vorstadt 10 die schweizweit erste Fotogalerie.

Drei Jahre nach deren Schliessung wurde die Pionierin mit der Publikation „Blumen für Anita“ (Schwabe 2007) und einer grossen Ausstellung im Museum Tinguely gewürdigt. Und während des 5. Europäischen Monats der Fotografie 2012 in Berlin widmete Das Verborgene Museum dem Leben und Wirken von Anita Neugebauer eine umfassende Präsentation. Als Herausgeber des genannten Buchs und als Kurator beider Ausstellungen nimmt Alex Silber als Gastkurator auch für den Kunst Raum Riehen die Einrichtung vor.

Ausstellungsansicht, Fotografie © Viktor Kolibàl

Ausstellungsansicht, Fotografie © Viktor Kolibàl

Ausstellungsansicht, Fotografie © Viktor Kolibàl

Ausstellungsansicht, Fotografie © Viktor Kolibàl

Ausstellungsansicht, Fotografie © Viktor Kolibàl

Ausstellungsansicht, Fotografie © Viktor Kolibàl

Florian Graf, Columnity, 2014

Florian Graf, Columnity, 2014

Perpetually Transient

29. März bis 4. Mai 2014

Kuratiert von: Heidi Brunnschweiler

Perpetually Transient mit neuen Arbeiten von Anahita Razmi (DE/IR), Basim Magdy (CH/ET), Florian Graf (CH) und Bernd Behr (UK) befasst sich mit räumlichen Konstellationen der Ambivalenz in der gegenwärtigen, globalisierten Kunstproduktion. Bis anhin unvereinbare Elemente und Akteure werden durch die künstlerischen Interventionen in einen kritischen Austausch gebracht und unerwartete Imaginationsräume eröffnet.

Florian Graf untersucht mit seiner ortspezifischen Intervention die westliche Kunstinstitution auf Widerspruch und Potenzialität in Zeiten globalisierter Kunstkreisläufe.  Anhand der mehrdeutigen Verschränkung von Fotografie und Diorama reflektiert Bernd Behr in der Filminstallation Shotcrete Periphery die lange ignorierte Verbindung von Mediengeschichte und kolonialer Situation. In A Tale of Tehrangeles nutzt Anahita Razmi Widerspruch und Ambivalenz, um kulturelle Stereotypen der Wahrnehmung von Ost und West zu verhandeln. In seinen Collagen evoziert Basim Magdy mit fragmentierten Narrativen apokalyptische Szenarien und kommentiert nicht nur die Situation in Ägypten, sondern auch Ambivalenz in ihrem amivalenten, destruktiven Potenzial.

Die Ausstellung wird grosszügig unterstützt von: Merian Iselin, Klinik für Orthopädie und Chirurgie
Die Arbeit von Florian Graf wird ermöglicht durch: Erna und Curt Burgauer Stiftung, Stamm Bau AG, Arlesheim, Swisslos-Fond Basel-Stadt

Die Arbeit von Bernd Behr wird unterstützt durch: Akademie Schloss Solitude, Stuttgart

Perpetually Transient with new works by Anahita Razmi (DE/IR), Basim Magdy (CH/ET), Florian Graf (CH) and Bernd Behr (UK) traces spatial constellations that articulate modes of ambivalence in the current situation of a globalised art production. By their interventions, hitherto incompatible elements and figures enter a critical zone of exchange, opening up unexpected fields of imagination. With his site-specific intervention, Florian Graf investigates the Western art institutions for contradiction and potentiality in an era of globalised art circuit. In the film installation Shotcrete Periphery Bernd Behr reflects on the long ignored connection of media history and colonial situation by means of an ambiguous entanglement of photography and diorama. In A Tale of Tehrangeles, Anahita Razmi uses contradiction and ambivalence to negotiate cultural stereotypes of perception of the East and the West. In his collages, Basim Magdy evokes apocalyptic scenarios with fragmented narratives and comments not only on the situation in Egypt, but also ambiguity in their ambivalent, destructive potential.

Tilt!

17. Januar bis 23. Februar 2014
James Peterson, Guillaume Reymond, Philippe Reinau, Claire Zumstein, AES+F

Kuratiert von: Sue Irion und Dominique Mollet

Die Künstlerinnen und Künstler der Ausstellung Tilt! setzen sich mit verschiedenen Formen von Spiel auseinander. Das Spektrum reicht von virtuellen Welten, dem Spiel mit der Wirklichkeit bis zu Inszenierungen, welche die Betrachter und Besucher ins Geschehen einbeziehen.
Im Gegensatz zu Video-Spielen können sie allerdings nicht selbst mitspielen und das Spielgeschehen bestimmen, sondern nur in das vorbereitete Spiel der Künstler mit der Wirklichkeit eintauchen. Der Ausdruck „Tilt“ stammt denn auch ursprünglich von den Flipper-Kästen, welche in den 1950er-Jahren entstanden sind, und bezeichnet den Spielabbruch, wenn der Benutzer zu stark am Kasten gerüttelt und einzugreifen versucht hat. Im diesem Sinn sieht man in der Ausstellung Tilt! das Spiel erst, wenn es eigentlich vorbei und eingefroren ist.
Die beteiligten Künstler gehen das Thema sehr unterschiedlich an. Der schweizer/französische Künstler Guillaume Reymond stellt bekannte Video-Spiele wie Tetris oder Packman mit reellen Personen in einem Kino nach und produziert davon Video-Arbeiten. James Peterson, Los Angeles, konstruiert aus vorgefertigten Teilen wandfüllende Blumen, die mit LEDs bestückt sind und bei denen die Besucher Farben und Farbmuster und somit die Raumwirkung verändern können. Die russische Gruppe AES+F konstruiert in ihren Videos virtuelle Welten, in denen sich reale Darsteller bewegen, und erzählt epische Endzeitgeschichten mit zahlreichen Anknüpfungs-punkten an die Kunstgeschichte. Die in Basel lebende Claire Zumstein wiederum giesst Kinderspielzeug aus, verfremdet es und setzt es in virtuelle Raster und der Basler Philippe Reinau spielt in seinen Installationen mit der Grenze zwischen Wirklichkeit und dem, was wir uns nur einbilden.
Tilt! ist bunt und lässt die Besucher unterschiedliche Welten und Sinneseindrücke erleben. Die Ausstellung widerspiegelt damit die grosse Variabilität und die verschiedensten Welten, welche den heutigen Spielen zugrunde liegen.

Kunst Raum Riehen | Im Berowergut, Baselstrasse 71 | 4125 Riehen | Tel. +41 (0)61 641 20 29 | E-Mail: kunstraum@riehen.ch  | www.kunstraumriehen.ch