Arthur Gepting, Gianpiero Patuto

Arthur Gepting, Gianpiero Patuto

Anselm Orasch

Anselm Orasch

Regionale 12

26. November bis 01. Januar

Malerei im weitesten Sinne, aber auch Zeichnungen, Collagen, Fotografien, Installationen und Skulpturen prägen das Format der diesjährigen Ausstellung. Reflexiv oder konzeptionell, die Bandbreite der „malerischen“, respektive konzeptuellen Positionen und der veritablen Installationen ist facettenreich. Einzelne Farbformen oder Farbflecken, die eine Allusion eines Gemäldes oder eines Objekts erwecken, Skulpturen, die von experimenteller Auseinandersetzung mit Material und Werkstattarbeit handeln, objektivierte Fotografien, die den Malereibegriff erweitern, Innovatives, das auf Bewährtes, auf qualitativ Etabliertes trifft.

Künstlerinnen und Künstler: Kathrin Borer, Eva-Maria Bosshardt, Maya Bringolf, Peter Brunner-Brugg, Martin Chramosta, Sebastian Dannenberg, Pawel Ferus, Gina Folly, Matthias Frey, Arthur Gepting, Jan Kiefer, Anja Kniebühler, Viktor Korol, Max Leiss, Andreas Mattle, Ji-Sook Min, Anselm Orasch, Gianpiero Patuto, Bianca Pedrina, Uta Pütz, Sandra Rau, Jens Reichert, Christian Schmid, Oliver Schuss, Julia Sinner, Jens Stickel, Corinna von der Groeben, Skander Zouaoui

Kuratiert von:
Kiki Seiler-Michalitsi

Annetta Grisard, Rocket, 2010

Annetta Grisard, Rocket, 2010

Annetta Grisard, FireSite, 2011

Annetta Grisard, FireSite, 2011

Annetta Grisard, Uganda I, 2010

Annetta Grisard, Uganda I, 2010

Annetta Grisard. FireSites
1. Oktober bis 6. November 2011

2007 trat die in Riehen lebende Annetta Grisard mit grossformatigen, gestischen Bildwerken, die mit ihrer dynamisch-explosiven Bildschrift jenseits geschlossener Formelemente überraschten, zum ersten Mal mit einer Ausstellung in der Öffentlichkeit auf. In «Action-Painting»-Manier gemalt, erinnerten diese an die formauflösende Kunst der 1950/60er Jahre, an die klassische Hoch-Zeit der die Freiheit suggerierende «Grand Geste» in der Malerei der Nachkriegszeit, bezeugten zugleich von einem souveränen Umgang der Künstlerin mit malerischer Tradition, Farbe und Leinwand.

Mit wild geführtem Pinsel, ausfransenden Pinselhieben, Spachtel, Schwamm und aller Arten Bürsten, mit Zufall und Kalkül entstehen heute noch furios gespritzte oder gespachtelte Bildstrukturen, stürmische Farbbahnen und von Energie strotzende Kurvaturen; es entstehen fulminante Farberuptionen, rhythmische, wohlorganisierte, meistens flach gemalte und dennoch räumlich wirkende Bildkompositionen, die den Akt ihres Entstehens erahnen lassen – Malerei, die zum körperlichen Akt wird und welche sich im Moment des Farbauftragens ereignet, im richtigen Augenblick.

Seit einer Weile werden Blech, Photographien und Plakate zum «Bildgrund» des Werkes von Annetta Grisard. Durch Computerbearbeitung und direkte Übermalung erfahren diese eine malerische Transformation, werden zusammen mit anderen Materialien zu neuen Bedeutungsträgern.

Die Ausstellung in Riehen, mit Bildern und Installationen, ist der ambivalenten Thematik des Elementes «Feuer» gewidmet, das seit Menschenwerdung für die Entstehung menschlicher Kulturen und Zivilisationen einen der wichtigsten Schritte darstellt. Lokale Ereignisse werden dabei mitberücksichtigt.

Kuratiert von:
Kiki Seiler-Michalitsi

Copyright: VAN. Courtesy the architects, Photo: VAN

Copyright: VAN. Courtesy the architects, Photo: VAN

Raumteiler System 4.Copyright: VAN. Courtesy the architects, Photo: VAN

Raumteiler System 4.Copyright: VAN. Courtesy the architects, Photo: VAN

Prototyp für temporäre Wohnbauten in Ost Japan 2011. Copyright: VAN. Cortesy the architects, Photo: VAN.

Prototyp für temporäre Wohnbauten in Ost Japan 2011. Copyright: VAN. Cortesy the architects, Photo: VAN.

Shigeru Ban + Voluntary Architects' Network
Disaster Relief Projects
30. Juli bis 4. September 2011

Wenn Häuser zusammenstürzen und Menschen ihr Zuhause verlieren, wird auf einmal eine grosse Anzahl Behelfshäuser gebraucht. Ich glaubte, wenn ich entwerfe, was als triviale Baustrukturen angesehen werden mag, diese durch die Beteiligung von uns Architekten verbessern zu können. Auf diese Weise können wir komfortablere Räume für diejenigen bauen, die sie am meisten brauchen. Darum erschien ich ohne Anmeldung im UN headquarters in Genf und machte den Vorschlag für Notunterkünfte aus Recycling Kartonhülsen. Darum gründete ich VAN.‘                                                                                                              
Shigeru Ban

Mehr als 1000 Notunterkünfte sind nach dem Grossen Erdbeben in Japan mit den Raumteilern ausgestattet worden, die Shigeru Ban 2004 in Niigata einsetzte und immer weiter entwickelt hat. Es werden wöchentlich mehr. Die einfachen Konstruktionen bestehen aus vertikalen Rohren, die mit Horizontalen, ebenfalls aus Pappe, verbunden werden. Daran sind Vorhänge befestigt. In den Notunterkünften, Turnhallen und Eingangsbereiche öffentlicher Gebäude, schaffen die Stoffwände Privatsphäre. Diese Geste bildet die erste Phase des „Disaster Relief Project“ für die Menschen aus den von Erdbeben, Tsunami und der atomaren Verstrahlung betroffenen Präfekturen Ostjapans. Ihr folgt Bans Engagement bei der raschen Planung der temporären Wohnungen.

Die Ausstellung in Riehen präsentiert eine innenräumliche und eine aussenräumliche Installation. Im Erdgeschoss des Kunst Raums stehen Paravents. Es sind Elemente des Notprojekts für die Obdachlosen des Erdbebens 2011 in Ostjapan. Das begehbare Zelt im Hof des Berowerguts ist ein Entwurf für die Obdachlosen des Erdbebens von Haiti. Beide sind aus der Familie von Bans Papierkonstruktionen, mit denen er eines seiner Markenzeichen schuf.

Zur Installation zeigen Shigeru Ban + VAN Modelle, Zeichnungen und Fotos aus dem Arbeitsprozess. Die Prototypen der Hilfsbauten entstehen in den Studios, in denen Shigeru Ban Studenten unterrichtet (Keio University, Harward University u.a.), und werden gezielt und unter hohem zeitlichem Druck von VAN entwickelt.

Shigeru Ban ist Architekt. Zu seinem international renommierten Werk zählen Ausstellungspavillons, Wohn- und Geschäftshäuser und Museen (Centre Pompidou in Metz). In Zürich, auf dem Werd-Areal entsteht ein Bau für Tamedia.

Von 1995 („UNHCR emergency shelters“ in Ruanda) bis heute (Haiti 2010) ist er in Katastrophengebieten tätig, in denen Menschen obdachlos und heimatlos werden. Oft finanzierte er seine Aktionen aus eigener Tasche. Es entstanden temporäre Schulen, Kirchen, Konzerthallen in China, Kobe, Taiwan und L’Aquila. Nach dem Hanshin-Awaji Erdbeben (Kobe, 1995) gründete er die nichtstaatliche Organisation VAN (Voluntary Architects‘ Network), die die Projekte mit ihm plant, vermittelt und aufbaut.

Die Ausstellung wurde grosszügig unterstützt von: tamedia, SONOCO ALCORE, J.E. Wolfensberger AG, Teijin, Nuno und Swiss WorldCargo.

Louis Vuitton Forest, more Trees, dctp tv und andere haben Leihgaben zur Verfügung gestellt. Musiker, drumrum Raumschule und Künstler der Perfomance Art beteiligen sich an der Ausstellung durch Konzerte, workshops für Kinder und Happenings. Die Veranstaltungen sind der Tagespresse zu entnehmen.

Ausstellungsteam: Isabel Halene, Hiroyuki Kimura, Claudio Cassano.

Emilie Ding, Primitive 2010

Emilie Ding, Primitive 2010

Karin Hueber, Odd moments I, II, III, 2011

Karin Hueber, Odd moments I, II, III, 2011

Really what is not. And that is.
Emilie Ding / Karin Hueber
11. Juni bis 17. Juli

Emilie Ding (*1981, lebt in Genf) und Karin Hueber (*1977, lebt in Basel und Rotterdam) sind auf unterschiedliche Weise geprägt von der Kunst der 1960er Jahre und zeigen sich doch auf selbstbewusste Weise emanzipiert davon.

Karin Huebers Arbeiten lesen sich als gezielte Antworten auf die Räume, in denen sie ausgestellt sind und / oder als dialogische Gegenüber des Betrachters. Emilie Ding schöpft ihre Formensprache aus kräftigen, industriellen Materialien wie Beton, Eisen und Stahl. Den daraus konstruierten Plastiken stellt sie Zeichnungen gegenüber, die in einem aufwendigen handwerklichen Prozess das Serielle industrieller Herstellungsmechanismen aufnehmen und weiter kommentieren.

Kuratiert von:
Reto Thüring

Christine Camenisch

Christine Camenisch

Ausstellungsplakat

Ausstellungsplakat

Nico Unique
9. April bis 15. Mai 2011

Nichts ist so individuell wie ein Name. Gleichzeitig tragen viele Menschen denselben Namen. Der Name Nico zum Beispiel gibt weder Auskunft über das Geschlecht noch über das Alter einer Person. Unique, das zweite Wort des Ausstellungstitels, steht dagegen für das unwiederholbar Einzigartige. Mit diesen beiden Gegenpolen rückt die Ausstellung die kollektive Identität in ein Spannungsverhältnis zur Einzigartigkeit jedes Künstlers.

Zwar verlangt eine Gruppenausstellung nach einer thematischen Einheit. Werden jedoch einzelne Werke zu einer Kategorie zusammengefasst, droht ein Individualitätsverlust des Einzelnen. Wie bringt man die einander widerstrebenden Pole – die Gesamtheit und die Individualität – in eine wirkungsvolle Konstellation?

Die selbstreflexive Gruppenausstellung untersucht die Grenzen der Individualität und dockt damit an die Frage der heutigen Rolle der Autorschaft an.

MitChristine Camenisch, Heidi Köpfer, Kathrin Kunz, Florine Leoni/Sylvain Baumann, Eric Marchal, Yvonne Mueller, Cristina Spoerri, Patrick Steffen

Kuratiert von:
Ruth Buck und Elena Scripcenco

Ildiko Csapo

Ildiko Csapo

Tarek Abu Hageb, Lupo rosso

Tarek Abu Hageb, Lupo rosso

Caramel
Ildiko Csapo und Tarek Abu Hageb
21. Januar bis 27. Februar 2011

Was haben die beiden in der Ausstellung Caramel präsentierten Künstler gemeinsam? Auf der einen Seite steht der aus der Writing- und Hip-Hop-Szene kommende, in Basel aufgewachsene Tarek Abu Hageb, dessen Werk durch eine Vielfalt an Techniken, Materialen und Ausdrucksformen geprägt ist, und der vor allem virtuos mit der Spraydose malt. Auf der anderen Seite die im rumänischen Temeswar geborene, in Riehen lebende Ildiko Csapo, welche auf einfachen geometrischen Grundformen komplexe dreidimensionale Objekte aufbaut und damit Räumen eine neue Struktur gibt.

Die Gemeinsamkeit der beiden Künstler liegt in der Verwendung von Pattern, von Rastern, welche den Werken zugrund liegen. In Abu Hagebs Malerei tauchen sie immer wieder als Schablonen, aber auch als dreidimensionale Strukturen auf, welche aber auf den ersten Blick kaum wahrnehmbar sind, bei Csapo bilden sie das Gerüst und die Struktur, auf die alle Werke, ob Objekt oder Malerei, zurückgeführt werden können. Bei beiden steht zudem das Experimentieren mit Materialien im Vordergrund, um eine bestimmte Wirkung zu erzielen oder unsere Wahrnehmung zu beeinflussen, wobei sie zu ganz unterschiedlichen Schlüssen kommen. Wie bei Caramel, dem Erhitzen von Zucker, dessen kristalline Grundstruktur sich in verschiedenste Farben und Formen wandelt, liegen beiden Künstlern Gestaltungsschemen zugrunde, welche sie immer wieder verwenden, aber in unterschiedlichste Ausprägungen formen.

Für die Ausstellung im Kunstraum Riehen entstehen mehrere Werke vor Ort, welche sowohl die Ausstellungsräume wie auch den Aussenraum bespielen. 

Kuratiert von:
Sue Irion und Dominique Mollet

Kunst Raum Riehen | Im Berowergut, Baselstrasse 71 | 4125 Riehen | Tel. +41 (0)61 641 20 29 | E-Mail: kunstraum@riehen.ch  | www.kunstraumriehen.ch