Róza El-Hassan, Breeze 12, Struktur aus Lehmziegeln, 2015. Courtesy the artist and Erna Hecey, Luxemburg/Brüssel

Róza El-Hassan, Breeze 12, Struktur aus Lehmziegeln, 2015. Courtesy the artist and Erna Hecey, Luxemburg/Brüssel

Róza El-Hassan. Martha Rosler. Future‘s Dialect

28. Mai bis 3. Juli 2016

Kuratiert von: Isabel Halene

Future’s Dialect – Zukunftsdialekt – im Kunst Raum Riehen ist der Titel einer Ausstellung der ungarisch-syrischen Künstlerin Róza El-Hassan mit der US-Amerikanischen Künstlerin Martha Rosler. Die Ausstellung versammelt im wesentlichen Arbeiten zweier ihrer grossen Serien.
„Breeze“ von Róza El-Hassans spiegelt ihre Erfahrung des Syrienkriegs und der Flucht. Die Simulation von Bau- und Lebensweisen nutzt sie als eigenständiges Grundlagenwerkzeug, als Möglichkeit Fragen zu stellen nach einem Wiederaufbau in Syrien.
Zugleich geht es El-Hassan um den sozialkritischen Blick. So bat sie die US-Amerikanerin Martha Rosler, an der Ausstellung teilzunehmen. Rosler schuf während der Kriege in Vietnam und im Irak Collagen aus Bildern dieser Kriegsschauplätze und heimischer Interieurs. Ihre plakativen Bilder aus zwei Schaffensperioden, 1967–1972 und 2004–2008 (New Series), befinden sich in den wichtigsten nordamerikanischen Kunstsammlungen. Die Ausstellung Future’s Dialect bringt „Breeze“, „House Beautiful: Bringing the War Home“ und "If you lived here" erstmals in einen Ausstellungsraum.
Róza El-Hassan ist 1966 in Budapest geboren, die ungarisch-syrische Doppelbürgerin lebt in Budapest. 2003–2007 lehrte sie dort als Dozentin an der Akademie der Bildenden Kunst und erhielt 2011 den Doctor of Liberal Arts der Akademie. El-Hassans Arbeiten umfassen neben ihrem Einzelwerk zahlreiche Kooperationen und kuratorische Projekte.
Martha Rosler wurde 1943 im New Yorker Stadtteil Brooklyn geboren, wo sie lebt und arbeitet. Sie studierte am Brooklyn College und an der University of California, San Diego, lehrte an der Städelschule in Frankfurt und an der Rutgers University in New Jersey. Zu ihren künstlerischen Werken gehören Videos, Photographien, Texte, Installationen und Performances.

Mit Unterstützung von Erna Hecey, Luxemburg/Brüssel

Vernissage: Freitag, 27. Mai, 19 Uhr.

Mittwoch, 15. Juni, 20.00 Uhr: Gespräch - Róza El-Hassan (Budapest), Barnabás Bencsik (Gründer und Leiter von ACAX, Agency for Contemporary Art Exchange, Budapest) und Catherine David (Vizedirektorin des Musée National d’Art Moderne im Pariser Centre Pompidou). In Englischer Sprache. Eintritt frei

Manuel Schneider „Are you there it`s me“ 2015

Manuel Schneider „Are you there it`s me“ 2015

Mika Taanila „Futuro – a new stance for tomorrow“ 1998

Mika Taanila „Futuro – a new stance for tomorrow“ 1998

Aida Kidane, Asmara 1

Aida Kidane, Asmara 1

amivalence of dawn - vom Prinzip der Verheissung

19. März bis 24. April 2016

Kuratiert von Nicolas Kerksieck

Die neue Ausstellung spannt einen Bogen zwischen den gesellschaftlichen und technologischen Utopien der 1960er Jahre und deren Rezeption und Implikation heute. Es wird im Spiegel zeitgenössischer Kunst die Frage gestellt, welche Rolle Utopien und Visionen heute spielen und wie diese im gesellschaftlichen Diskurs angewendet werden im Hinblick auf eine mögliche Zukunft.Die Euphorie des technologisch Machbaren, wie sie beispielsweise nach der ersten Mondlandung noch vorherrschte, ist heute einer Skepsis gegenüber visionären Grossereignissen gewichen. Zu viele Nebenwirkungen, Brüche und Uneinlösbarkeiten brachten jene scheinbar gloriosen Verheissungen mit sich. Ein wichtiges Merkmal der Gegenwart ist die Erkenntnis der Vielschichtigkeit und Ambivalenz von Ereignissen. Der Glaube an eine alleingültige Utopie, an eine unbefragte Richtigkeit - sei sie religiöser, politischer oder technologischer Natur - erscheint uns heute als weitaus schwieriger anzunehmen. Aus diesem Grund ist die Ausstellung zum 30. Jahrestag der Explosion des Space Shuttles Challenger und der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl angesetzt.

 „ambivalence of dawn – vom Prinzip der Verheissung“ zeigt künstlerische Positionen, die solche visionären Verheissungen in sich tragen oder diese dokumentieren, wie die Arbeit „Futuro – a new stance for tomorrow“ von Mika Taanila. Der finnische Künstler dokumentiert die von Matti Suuronen entworfenen und gebauten Futuro Homes, die einen visionären Schritt des gekapselten Wohnens in aerodynamisch raumschiffähnlicher Formgebung verkörpern und damit ein Lebensgefühl der 1960er Jahre widerspiegeln. Konrad Zuse, der Erfinder und Erbauer des ersten funktionsfähigen Computers, malte Bilder, deren Dynamik und Expressivität seine persönliche Vision zukünftig urbanen Lebens veranschaulichen. Der junge Basler Künstler Manuel Schneider zeigt Apparaturen, die scheinbar wissenschaftliche Erkenntnisse veranschaulichen, sich jedoch jeder rationalen Zugänglichkeit widersetzen und somit auch jenem Gefühl der Ambivalenz und Unsicherheit Raum geben.. Die Ausstellung geht der Verheissung und ihren Triebkräften nach, zeichnet aber in einem direkten Bezug zur Gegenwart auch die Grenzen jener Aufbrüche nach.

Aida Kidane (*1979, Eritrea), Angela Cerullo& Giorgio Bloch (*1982/1981, Schweiz), Manuel Schneider (*1991, Schweiz), Mika Taanila (*1965 Finnland), Konrad Zuse (1910 – 1995 Deutschland), Kristian von Bengtson from Copenhagen Suborbitals (Raumfahrtentwicklungskollektiv seit 2008, Dänemark)

Martin Kohout, Installationsansicht, Prag, 2015

Martin Kohout, Installationsansicht, Prag, 2015

Martin Kohout. Jokes Machines Make About Humans: 2nd infusion

with "The Heart of Glass Bar" by Florian Schmidt-Gabain

bis 28. Februar 2016

Kuratiert von Isabel Halene

Vielerorts und sehr beschäftigt. In Martin Kohouts beharrlichen, manchmal seriellen Befragungen sind mehrere künstlerische Disziplinen eingespannt. Sie allesamt werden kombiniert und gemischt mit Elementen aus der neusten Technik, der Wahrnehmung, der Produktion. Martin Kohout offenbart zunächst eine pure Neugier für die Lebensbedingungen. Er formt, brennt, glasiert, er ruft die Natur, um vordergründig Flüssigkeit zu fassen, verfolgt den Strom durch Licht- und Bewegungsmaschinen. Präzise Beobachtungen, Überlegungen und Manipulationen gelten der Vorbereitung der Schritte, die Teil eines grossen Ereignisses werden. Der Kunst Raum Riehen als Reagenzglas. Mitten darin befindet sich der willkommene Besucher. Maschinenwitze über uns, Menschen.

Martin Kohout ist 1984 in Prag geboren, studierte ausser an der dortigen FAMU auch an der Städelschule Frankfurt. Er lebt in Berlin und Prag.

 




 

 

Kunst Raum Riehen | Im Berowergut, Baselstrasse 71 | 4125 Riehen | Tel. +41 (0)61 641 20 29 | E-Mail: kunstraum@riehen.ch  | www.kunstraumriehen.ch